Kennt ihr das auch, dass in eurer Facebook- oder Twitter-Timeline der nächste Post oder Tweet über selbstbestimmte Geburt aufpoppt? Irgendwie scheinen diese Frauen besonders tapfer und mutig sein. Schließlich haben sie die Ratschläge ihrer Hebamme, ihrer Mutter und allen anderen in ihrem Umfeld in den Wind geschossen – und das gemacht, was sie für richtig gehalten haben: nämlich so ihr Kind zu gebären, wie sie es am besten für sich und eben das noch Ungeborene empfanden. Das ist auch das Wichtigste überhaupt. Denn die Geburt ist etwas sehr Persönliches und jede Frau empfindet sie anders.

Selbstbestimmte Geburt: Wo fängt sie an?

Jedoch beginnt das selbstbestimmte Gebären nicht erst bei der Geburt an sich an. Bereits das Einholen von Informationen kann die Mutter allein machen und so zu einer individuellen Entscheidungsfindung kommen. Denn nicht selten plagen einen die weiblichen Verwandten mit Gruselgeschichten zu ihrer Geburt. So lagen sie beispielsweise Stunden in den Wehen ohne PDA und quälten sich mit ihren Schmerzen, die ihnen niemand abnehmen konnte. An dieser Stelle darf man gern aus Selbstschutz „Stopp“ sagen und muss nicht auf die Erfahrungen der anderen hören. Denn diese können die eigene Entscheidungsfindung stark beeinflussen.

selbstbestimmte Geburt

Letztlich muss aber jede Schwangere selbst ihren Weg finden und mehr oder weniger selbstbestimmt entscheiden, was sie will. Dazu gehört neben einer guten Portion Hintergrundwissen zur Geburt und möglichen Komplikationen eine bestärkende Schwangerschaftsbetreuung, die deine Wunschgeburt unterstützt, den passenden Geburtsort und die optimalen Geburtshelfer. Denn nicht immer muss der Kindsvater allein dabei sein. Manchmal wünscht man sich auch die liebevolle Hand der eigenen Mutter oder der Schwester.

Die selbstbestimmteste Geburt schlechthin ist übrigens die Alleingeburt, die aber eher selten in unseren Breiten vorkommt. Sollte nämlich doch etwas schiefgehen, dann ist man komplett auf sich allein gestellt. Das möchten die meisten Frauen eher nicht erleben und entscheiden sich deshalb für eine Krankenhausgeburt oder eine Hausgeburt mit Unterstützung einer Hebamme. Dennoch ist auch das deine Entscheidung. Umfangreiche Tipps zum Thema findest du auch in dem Buch „Die selbstbestimmte Geburt – Handbuch für werdende Eltern“.