Ich habe letztens ein wundervolles Buch gelesen, das mir bezüglich der momentanen Versorgungssituation in Deutschland einige wichtige Anreize gegeben hat. Bevor ich lange um den heißen Brei herumrede, werde ich euch sofort den Namen nennen. Das besagte Buch ist "Deutschland sucht den Krippenplatz" von Maya Dähne. Doch der Titel ist irreführend. Schneidet die Autorin in dem Sachbuch nicht nur die teils verzweifelte Suche nach einem Grippen- oder Kita-Platz an. Sie erzählt auch einige sehr unterhaltsame Anekdoten aus dem Alltag von den heutigen Eltern. Schließlich sind die Eltern-Großeltern-Haushalte oftmals nur noch die Ausnahme und sich ganz allein auf das Hausfrauensein zu stützen, ohne Karriere nebenbei, das ist für die meisten Frauen wohl undenkbar.

Zum Glück steht da der Staat hinter einem, wie Dähne so aufschlussreich beschreibt. In kaum einem anderen Staat dieser Welt wird solch ein großzügiges Eltern- und Kindergeld bezahlt. Kein Wunder. Wird doch mit dem Bonus der potenzielle Steuerzahler herangezogen, der später kräftig in die Sozialkassen einzahlt. Im Gegensatz dazu sind aber die Unternehmen so gar nicht von dem Eltern-Kind-Konzept überzeugt. Denn das unternehmerische Betreuungs- und Unterstützungskonzept für Familien hängt in den meisten Punkten hinter anderen westlichen Staaten, beispielsweise den USA, deutlich hinterher. Und so leiden vor allem die Frauen darunter, dass sie bei einer Schwangerschaft ihren Arbeitsplatz verlieren könnten oder sogar ihre Karrierechancen zukünftig minimieren. Als berufstätige Mutter ist man also immer nur „Teilzeit-Mama“ und dafür aber im Vollzeitstress. Eine Dauerbelastung, die durch die Kita- und Krippensituation noch verschärft wird. Diese Institutionen nehmen nämlich keine Rücksicht auf spontane Meetings oder Alleinerziehende.

Um ihre Aussagen zu untermauern, belegt Dähne diese mit Zahlen. So gibt sie unter anderem die Schätzung ab, dass ein Kind zwischen 160.000 und 320.000€ kostet. Und nicht nur das Betreuungsgeld ist dort integriert. In manchen Bundesländern liegt dieses nämlich monatlich bei 170 Euro und mehr. Auch andere Fördermaßnahmen sind integriert. Wer noch mehr über das deutsche System der Kindererziehung erfahren möchte, sollte sich unbedingt Dähnes Buch zulegen.